Genau+andersMathematik in der Kunst von Dürer bis Sol LeWitt 29.02.–18.05.08
Mathematik ist allgegenwärtig: Die Ausstellung Genau und anders analysiert und kommentiert die Verknüpfungen der Kunst mit einer von Zahlen, Berechnungen, Statistiken und geometrischen Konstruktionen bestimmten Wirklichkeit. Anhand von 120 künstlerischen Positionen wird demonstriert, wie mathematische Fragestellungen die Avantgarden des 20. Jahrhunderts beeinflusst haben. Magische Quadrate – wie in Albrecht Dürers berühmter Melencolia I (1514) – übten eine ebenso große Faszination auf Künstler aus wie gewagte perspektivische Konstruktionen des Renaissancezeitalters. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist es gerade die Abkehr von der Zentralperspektive, die Künstler wie Juan Gris, Henri Laurens oder Giacomo Balla verstärkt die Nähe zur Mathematik suchen lässt: Während im KubiMsmus die simultane Darstellung mehrerer Blickpunkte, die Zerlegung der Wirklichkeit in geometrische Bausteine vorherrschen, wird im Futurismus der Beschleunigung der Welt durch die Dynamisierung der Formen Ausdruck verliehen. Die damit verbundene Abstraktion und Loslösung von der äußeren Wirklichkeit kulminiert in der konkreten Kunst, deren Protagonisten Theo van Doesburg, Georges Vantongerloo und Max Bill die ausschließliche Verwendung reiner Kunstformen vertreten – in der Mathematik finden sie das geeignete Repertoire für die Einlösung dieser Konzepte. Ausgehend von Kasimir Malewitsch, wird das Quadrat als absolute Form immer wieder zum Bildthema im 20. Jahrhundert. Zahlreiche Künstler – von Paul Klee bis Bruce Nauman, von Josef Albers bis Peter Weibel – hat diese einfache Form zu Kommentaren inspiriert. Auch Marcel Duchamp, Man Ray und die Surrealisten wie etwa Max Ernst beschäftigen sich mit den Naturwissenschaften und der Mathematik, insbesondere mit den Gedanken des Mathematikers Henri Poincaré. Sie lassen sich von mathematischen Demonstrationsmodellen anregen, ebenso wie die Konstruktivisten Naum Gabo und Antoine Pevsner.
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